Archiv für den Monat: März 2020

Earth Hour

Am vergangenen Samstag war „Earth Hour„. Die Earth Hour (deutsch Stunde der Erde) ist eine weltweite Klima- und Umweltschutzaktion in Form des Ausschaltens öffentlicher Beleuchtung. Sie wurde 2007 vom WWF Australia ins Leben gerufen und findet seitdem jedes Jahr im März statt. Ziel der Earth Hour ist es, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Klimaschutz zu lenken.

Alle konnten mitmachen indem man von 20:30 bis 21:30 Uhr für eine Stunde das Licht ausschaltet. Wie wird diese Aktion eigentlich von den Menschen wargenommen? Da wir uns inmitten in der Corona-Kriese befinden tritt die Aktion „Earth Hour“ eher in den Hintergrund.
Jedoch auch in den vergangenen Jahren hatte ich den Eindruck, dass die Aktion für den Klimaschutz wenig Interesse und Zuspruch findet. Ja, viele machen mit aber was ändert sich danach in deren Köpfen und Taten?

Ich habe diesen Tag und diese spezielle Zeit zur Anregung genommen mal etwas zu Testen was mir schon lange am Herzen lag. Da ich mehrer Solarstromanlagen und Batteriespeicher habe wollte ich die Earth Hour mal ohne Netzstrom verbringen und damit meine Strom-Autarkie testen. D.h. mal mind. 1 Stunde ohne Netz-Strom-Bezug. Wie ist das mal eine Stunde komplett ohne Netz-Strom zu sein und was geht alles mit Solarenergie? Dazu musste auch meine Frau mitspielen und sie wollte im Wohnzimmer bei Licht in den Fernseher schauen, ggf in der Küche was aus dem Kühlschrank holen und auf die Toilette gehen. Wenn der Strom aus ist geht das alles nicht. Kein Licht, kein TV und die Toilettenspülung geht wegen Regenwasserspülung auch nicht. Somit stand fest was alles mindestens Laufen muss. Der Kühlschrank und die Gefriertruhe überleben auch mal eine Stunde ohne Strom.

Ich habe schon lange einen 12V-Wechselrichter und eine große Batteriebank. Die letzten Tage waren sehr sonnig und der Batteriespeicher war vollgeladen. Die 24V-Speicherbank im Keller war ebenfalls zu 80% geladen und somit konnte das Experiment stattfinden. Schnell war der TV mit Antennenempfänger auf die 12V-Anlage umgesteckt. Beim Wohnzimmerlicht bin ich schon seit Jahren auf 12V-LEDs umgeschwenkt. Im Bad und der Küche wurden schnell ein paar Stehlampen mit Verlängerungskabel an den 12V-Wechselrichter angeschlossen. Die Lüftungsanlage als Grundlast sowie das Regenwasser-Hauswasserwerk wurden über den 24V-Wechselrichter im Keller versorgt. Um 20:30 Uhr war alles angeschlossen und danach drehte ich die 3 Haussicherung aus dem Sicherungsschrank.
Plönk, Autsch, war das schlagartig dunkel. Hätte wohl besser ne Taschenlampe mitgenommen. Ich tastet mich langsam vorsichtig aus dem dunklen Keller in die Wohnung zurück. Meine Frau saß bei Licht im Wohnzimmer und schaute fern. Haste was gemerkt, fragte ich? Nö, sagte sie.

Da mein Zuhause via selbstgebauten Smart Home überwacht und gesteuert wird ging da erstmal auch nichts mehr. Tja, auch der Netzwerk-Router hatte keinen Saft mehr. Also auch ans Solarstromnetz angeschlossen und neu hochgebootet.

Solarstrom und Lastgang

Nach ca. 1,5 Stunden war der Spuk vorbei, Sicherungen wieder rein und Licht an.

Stromverbrauch Einzelgeräte

Die 12V-Bleibatterie hatte mit ca. 150 Watt an Last doch zu kämpfen und ging von der Spannung ganz schön in die Knie. Auch die 24V-Anlage hatte mit einem Toilettengang mal kurz ein Spannungstief. Ansonsten schätze ich, dass ich mit Solarstrom ein paar Stunden durchhalten könnte.

Chaos Deutsche Bahn

Der Rosenmontag 2020 wird mir lange Zeit in Erinnerung bleiben. Als ich am 25.02.2020 mit der Regionalbahn von Darmstadt Nachhause fahren wollte blieb der Zug kurz vor Bickenbach am Bahnhof stehen. Der Lokführer meldete per Lautsprecherdurchsage ein gestörtes Signal. Nach eine Stunde kam die Durchsage das komplette Stellwerk bei Bickenbach wäre ausgefallen und der Zug könnte erstmal nicht weiterfahren. Nach 3 Stunden konnte uns ein Notfallhelfer mit schritttempo in den Bahnhof Bickenbach leiten. Die Aussagen wie es weiter geht waren widersprüchlich und falsch. Erst sollten wir einzeln aussteigen, es würden Busse auf uns warten und uns nach Bensheim-Auerbach fahren. In Wirklichkeit konnten wir alle auf einmal aussteigen und Busse waren keine da. Ich habe an der Bushaltestelle 1/4 Stunde in der Kälte gewartet und es kam und kam kein Bus.

Anzeigetafel im Zug.

Ich bin um 16:30 Uhr in die RB68 eingestiegen und war um 21:04 Uhr Zuhause! Ach ja, man sollte am nächsten Tag eine spezielle Nummer anrufen um eine Entschädigung zu bekommen. Die erste Nummer aus Durchsage war falsch und bei der Zweiten flog man nach 5 Minuten aus der Warteschleife. Bis heute habe ich von der Deutschen Bahn keine Antwort auf meine Beschwerde erhalten sowie keine Entschlädigung. Alles Lügen und ein katastrophales Mismanagement. Die habe echt keinen Plan und mein Vertrauen in die DB ist im Keller!