Archiv für den Monat: Januar 2019

Das Elektoauto ist klimaschädlich

Jetzt muss ich doch mal einen Text zu den Fake-News bzgl. dem CO2-Rucksack bei Lithium-Ionen-Akkus der Elektroautos schreiben. Ein E-Auto-Akku hätte nach einer schwedischen Studie einen CO2-Rucksack von 17,5 Tonnen und würde diesen Rucksack erst nach 8 Jahren wieder abbauen. Jeder der solche Mythen verbreitet sollte sich auch erstmal genau diese schwedische Studie durchlesen. Ich habe es getan und was steht da wohl drin!

In Kapiel 4.4 steht: „The studies indicate greenhouse gas emissions of 120-250 kg CO2-eq/kWh. Based on the assessment of transparency and scientific method this report views a range of 150-200 kg CO2-eq/kWh as the most likely impact.“

Übersetzung: „Die Studien zeigen Treibhausgasemissionen von 120-250 kg CO2-Äquivalent / kWh. Basierend auf der Bewertung der Transparenz und der wissenschaftlichen Methode betrachtet dieser Bericht einen Bereich von 150-200 kg CO2-Äq / kWh als die wahrscheinlichste Auswirkung.“

Aus den 150 bis 200 kg CO2-Äq / kWh hat man einen Mittelwert mit 175 kg CO2-Äq / kWh genommen und ihn mit einer 100 kWh Batterie von Tesla hochgerechnet. Dabei kommen dann 17,5 Tonnen heraus.

Bei 6,9 Liter Spritverbrauch muss man fast 120.000 km fahren um diesen CO2-Wert zu erreichen. Bei 15.000 km durchschnittliche Fahrleistung pro Jahr kommen da 8 Jahre herraus. Beim CO2-Rechner sind es nur knapp 110.000 km und das KBA sagt 19.371 km und schon sind es 5.7 Jahre. Also man kann auch alles super schlecht rechnen.

Aber was steht denn da über diesem Absatz mit den 150-200 kg? „In den Studien mangelt es (im Allgemeinen) an Transparenz“. Oder im Absatz darunter? „Die Treibhausgasemissionen der Produktionsstufe variieren in den Studien, hauptsächlich aufgrund von: Unsichere Produktionsdaten aufgrund von Schätzungen, unzureichenden Daten und Methoden im Pilotmaßstab, die relative Menge an Zellen und Trägermaterialien sowie das Design der Zellen, Elektronikdaten, Strommix“

So gibt es auch auf der Seite 18 folgenden Hinweis: „Kim et al. (2016) führte in Zusammenarbeit mit dem Batteriehersteller LG Chem eine Ökobilanzstudie für eine Ford-Batterie durch, die ihnen reale Batterieproduktionsdaten für ihren Energieverbrauch während eines Jahres zur Verfügung stellte. Es war eine 24-kWh-Batterie für den Ford Focus und war vom Typ LMO / NCM. N-Methylpyrrolidon (NMP) wurde verwendet. Die Treibhausgasemissionen der Herstellung wurden auf 65 kg CO2-Äq / kWh berechnet.“

Na also was stimmt nun. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Somit rechne ich für meinen Twizy einen CO2-Rucksack von unter einem halben Jahr aus!!! Er ist jetzt 5,5 Jahre alt und hat über 63.000 km auf dem Buckel. Alles mit Ökostrom!!!

UPDATE 3.12.2019: CO2-Belastung durch Akkuproduktion sinkt.
Das Svenska Miljöinstitutet (IVL) hat seine Berechnung zur Treibhausgasbelastung durch die Produktion von Batterien für Elektroautos aktualisiert: Pro Kilowattstunde Kapazität werden demnach durchschnittlich zwischen 61 und 106 kg CO2-Äquivalent frei……

Aha, da war ich mit meinen 65 kg CO2-Äq / kWh gar nicht so falsch.

Strombedarf für Elektroautos

Leider hält sich der Mythos – für die Elektromobilität hätten wir nicht genügend Strom – sehr hartnäckig. Erst mal muss man sich klar machen, dass ein Elektroauto nur ein fünftel der Energie gegenüber eines Autos mit Verbrennungsmotors benötigt. Mein Twizy braucht sogar nur 9 kWh/100km und damit umgerechnet ca. 1 Liter pro 100 km. Für die Herstellung eines Liter Benzins braucht viel mehr Energie:

„Für den Durchschnittsverbrauch von sieben Litern auf 100 km kämen alleine an dieser Stelle mehr als 11 Kilowattstunden zusammen.“

Für meinen Twizy muss nicht nach Energie in der Erde gesucht werden wie bei Verbrennern nach Erdöl Lagerstätten. Sonne und Wind sind im Überfluss vorhanden. Es muss kein Loch gebohrt werden um das schwarzes Gift zu fördern. Die Energie muss nicht zu einer Raffinerie transportiert werden. Die Solar- oder Windenergie können vor Ort produziert werden. Eine Raffinerie benötigt sehr viel Strom um aus Erdöl Benzin und Diesel herzustellen. Ein Wechselrichter erstellt vor Ort mit weniger Verlusten Solarstrom für mein Elektroauto. Das Benzin muss über lange Strecken, über Tanklager und Zwischenhändler mit viel Transportenergie zur Tankstelle geliefert werden. Mein Solarstrom braucht keine 20 Meter bis zur Steckdose am Twizy. Auch der Strom an der Ladesäule ist meist Ökostrom der regional produziert wurde. Eine Ladesäule hat auch fast keinen Stromverbrauch zur Bereitstellung des Ladestroms im Gegensatz zu den üblichen Tankstellen. Hier werden Pumpen, Anzeigen- und Kassensysteme mit Strom versorgt. Auch alle anderen Verbraucher in einer Tankstelle fallen hier bei Ladesäulen weg. Was machen eigentlich die vielen Tankstellen wenn mal alle Autos elektrisch fahren? Bis heute kenne ich noch keine Tankstelle mit Ladepunkt. Sind die alle Blind und erkennen nicht, dass ihre Tage gezählt sind.

Wenn wir komplett auf Elektromobilität umgestellt haben werden wir sehen, dass der Stromverbrauch nicht erhöht wurde. Nein, wir werden sogar erkennen wie hoch die Energieverschwendung durch die Verbrennungstechnik war.

Jahresrückblick 2018

Das Jahr 2018 war das Erlebnis Deutsche Bahn mit all seinen Höhen und vielen Tiefen. Leider mit sehr großer Enttäuschung über die Zuverlässigkeit der Zugverbindungen. Trotzdem konnte ich fast die Hälfte aller Arbeitstage mit der Bahn fahren und somit über 456 kWh Strom für das Elektroauto einsparen. War das besser für die Umwelt? Das möchte ich bezweifeln!

Im Bereich Elektromobilität wächst die Anzahl der Ladesäulen im Kreis Bergstraße. Das ist sehr erfreulich, leider werden damit auch immer mehr Parkplätze benutzt und von Falschparkern mit Verbrennungsmotor zugeparkt. Auffällig ist dabei die Rücksichtlosigkeit der Fahrer. Entweder werden die Hinweisschilder gnadenlost ignoriert, so nach dem Motto: „Da steht ja sowieso niemand“ oder die Leute sind zu blöd die Schilder zu verstehen.

Noch schlimmer sind aber die E-Auto-Fahrer die jetzt schon ihre Elektroautos über Nacht an der Ladesäule stehen lassen. Das geht gar nicht. Schämt Euch!

Leider kommt die BürgerSolarBeratung auch nicht in die Gänge. Von den Kommunen werden wir gnadenlos ignoriert. Wir werden das wohl ohne deren Hilfe alleine durchziehen müssen.
Schade eigentlich, ich kann diese Ignoranz nicht nachvollziehen!

Das Projekt „Mein klimaschutz“ von CO2-Online ist wohl voll in Hose gegangen. Es herrscht auf deren Seite totenstille. Meine Email-Ansprechpartnerin hat das Unternehmen verlassen und so verlassen wirkt auch diese Aktion. Schade im die Gelder die dort verschwendet werden.

Mein Klimaschutz